Innenraumschadstoffe vs. gesunde Raumluft

von Dipl.-Ing. (Univ.) Alexander Fleming. FlemING. ConsultING.

Allgemeines über gesunde Raumluft

Den größten Teil des Lebens – nach der aktuellen Erkenntnis des Umweltbundesamtes etwa 80 % bis 90 % des Tages (Quelle: Broschüre „Gesünder Wohnen – aber wie? Praktische Tipps für den Alltag.“ Herausgeber: Bundesamt für Strahlenschutz, Salzgitter; Umweltbundesamt, Dessau; Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin. Herausgegeben in März 2005. Vorwort, 2 Absatz, 1 Satz) – verbringen Menschen in Innenräumen. Dabei werden Innenräume jedoch abweichend von der Definition eines „Gebäudes“ der jeweiligen Landesbauordnungen nicht lediglich auf den Teil einer baulichen Anlage begrenzt, die „(…) dazu bestimmt ist, dem Schutz von Menschen, Tieren oder Sachen zu dienen“ (Zitat aus dem § 2 Absatz 2 Satz 1 der Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (Landesbauordnung – BauO NRW). Stand vom 15.12.2016.), sondern ausgeweitet und präzisiert. Die genaue Definition des Begriffes „Innenraum“ wurde durch den Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU = Sachverständigenrat für Umweltfragen, Luisenstraße 46 in 10117 Berlin) als Wohnungen, Arbeitsräume innerhalb von Gebäuden, Innenräume innerhalb öffentlicher Gebäude, aber auch Innenräume von Fahrzeugen konkretisiert.

Die Lunge eines durchschnittlichen erwachsenen Menschen hat ein Fassungsvermögen von etwa fünf bis sechs Liter Luft. Obwohl bei jedem Atemzug nicht die volle Kapazität, sondern etwa zehn Prozent und somit nur 0,5-0,6 Liter des Fassungsvermögens der Lunge ausgenutzt werden, erscheint die täglich insgesamt aufgenommene Luftmenge auf den ersten Blick fast unglaubwürdig, diese wird nachfolgend berechnet:

Legt man einer Hochrechnung die durchschnittlichen Atmungsfrequenz von siebzehn Atemzüge pro Minute zu Grunde, dann erhält man eine täglich über die Atmung aufgenommene Luftmenge (tägliche Luftmenge = TLM) von 13.464 Liter pro Tag. Wird diese Luftmenge um den Faktor der Innenraumaufenthaltsdauer reduzierend korrigiert, so erhält man eine Luftmenge von ca. 11.440,40 Liter Luft. Diese Luftmenge nimmt ein durchschnittlicher Mensch pro Tag beim Aufenthalt in den Innenräumen über die Lunge auf.

Unter sogenannten Normalbedingungen, das heißt einer Temperatur von 20 °C und Normdruck (Meereshöhe) von 1.013 mbar (Millibar) beträgt das Gewicht eines Liters Luft ca. 1,2 Gramm. Die oben genannte und unten detailliert berechnete täglich durchschnittlich aufgenommene Luftmenge eines Menschen innerhalb von Innenräumen entspricht somit einem täglich über die Atmung aufgenommenen Luftgewicht (LG) von etwa 13,73 kg Luft pro Tag.

TLM (Gesamtluftmenge) = {(5 Liter + 6 Liter) / 2 * 10 %} * (17 Atemzüge * 60 Minuten * 24 Stunden) = 13.464 Liter / Tag.

TLM (Luftmenge in Innenräumen) = 13.464 Liter / Tag * {(80 % + 90 %) / 2 / 100} = 11.444,40 Liter / Tag.

LG (Luftgewicht in Innenräumen) = 11.444,40 Liter / Tag * 0,0012 Kilogramm / Liter = 13,73 kg Luft / Tag.

Somit bildet die eingeatmete Luft den größten Aufnahmeparameter und übersteigt sowohl die Menge als auch das Gewicht der täglich aufgenommenen Nahrung oder des Wassers um das vielfache. Umso wichtiger erscheint auch die Notwendigkeit nach einer sauberen und emissionsarmen Innenraumluft. Um eigene Gesundheit und die Gesundheit seiner Familienangehörigen zu schonen sollte das Erreichen dieses Ziels höchste Priorität erhalten.

Die Innenraumluft wird von verschiedenen Quellen beeinflusst. Dadurch kann sich ihre Qualität sowohl zum positiven als auch zum negativen verändern. Die Innenräume einer Immobilie können unterschiedliche Schadstoffemissionsquellen beherbergen, die nicht nur die Qualität der Innenraumluft nachhaltig negativ belasten, sondern folglich auch den Wert der Immobilie herabsenken, oder diese sogar wertlos machen können. Genau aus diesem Grund ist es wichtig, sich vor der Entscheidung eines Immobilienkaufs gezielt über die möglicherweise vorhandenen Innenraumschadstoffe zu erkundigen. Im besten Fall sollten diese im Vorfeld ausfindig gemacht werden, auch wenn es bei fehlender Fachkenntnis das Hinzuziehen eines Fachmannes.

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